Sonntag, 2. Januar 2011

Assoziationen



Assoziationen sind Verknüpfungen von Vorstellungen, von denen die eine die andere hervorgerufen hat. Also Farben assoziieren Gegenstände in der Natur, im Alltag oder in der Technik, Emotionen, Empfindungen und Erfahrungen. Sie fördern das „verknüpfte Denken“ des Menschen mit allen Sinnen; sucht nach „Erfahrungen“ mit dieser Farbe.

Viele Menschen können diese Wirkungen nicht aussprechen, artikulieren, aber alle empfinden diese Assoziationen  z.B. beim Betreten eines Gebäudes, einer Wohnung, eines Raumes.
Durch unsere Farbgestaltung, das Design eines Raumes, beeinflussen wir diese Wirkung und dieses Denken, können „gewollte Assoziationen“ verstärkend hervorrufen und damit dem designten Raum „ein emotionales Gesicht“ geben.

Wichtig ist hierbei aber auch die Wirkung der Farben in einem Raum, mit dem jeweiligen Licht oder der künstlich eingesetzten Beleuchtung, im Kontrast oder in Harmonie zu anderen Farben und in Verbindung mit den gewählten Materialien. Somit kann sich die Aussage eines Raumes in seiner Gesamtheit verändern. Deshalb werden inzwischen zu grossen Projekten auch Lichtdesigner oder Konzeptdesigner heran gezogen.

Es ist wichtig, sich auf das Wesentliche zu beschränken!
Weniger ist oft mehr!


Rot                    Feuer, Blut, Liebe, Schönheit, Erde, Magie, Aggression, Hölle, Mars, Luzifer, Ferrari, Erotik, Wut, Zorn, Lippen, Leidenschaft, Herz, Feuerwehrauto, Tomate, Rose, Macht, Sexualität, Hass, Wut, Verbot

Blau                   Himmel, Wasser, Kühle, Treue, Ferne, Tiefe, Maria, Lapislazuli, Augen, Sauberkeit, Venus, Sehnsucht, Ruhe, Vertrauen, Vertiefung, Klarheit, Melancholie (tiefes Blau), Seriosität, Zuverlässigkeit

Gelb                   Sonne, Sterne, Mond, Gold, Zitrone, Sonnenblume, Banane, Wespe, Helligkeit, Post, China, Erde, Optimismus, Kornfeld, Weizen, Ginster, Leichtsinn, Innovation, Heiterkeit, Helios, Kommunikation, Intuition, Sanguiniker, Extraversion, Optimismus, Impulsivität, Lebensfreude, Neid, Gift, Verrat, Pestfahne, Reife, Schizophrenie, Hass, Eifersucht, Licht, Chinesen – Glückseligkeit, Ruhm, Weisheit, Warnung, Gefahr

Grün                  Vegetation, Natur, Meer, Leben, Jugend, Gesundheit, Hoffnung, Gift, Die grüne Fee = Absinth, Mond, Venus, Merkur, Marsmenschen, „Grüne Witwen“, Drachen, Paradies, Sommer, Frühling, Gras, Blatt, Wald, Jagd, Zufriedenheit, Bindung, Unreife

Orange             Orange, Erleuchtung, Indische Mönche, Vergnügen, Energie, Karotte, Bekleidung, Niederlande, Geselligkeit, Feuer, Südfrüchte, Freude, Lust, Erheiterung, Genuss, Kommunikation, Eifer, Zerstreuung, Hedonismus

Violett               Extravaganz, Bischof, ältere Personen, Verzicht, Mystik, Spiritualität, Magie, Einsamkeit, Unlust, Busse, Fantasie, Homosexualität, Transzendenz

Schwarz              Nacht, Finsternis, Tod, Schatten, Verkohltes, Verbranntes, Lava, Basalt, Kohle, Russ, Illegalität, Hass, Gewalt, Negation, Unglück, Schwarze Bekleidung, Schwarze Tiere, Teer, Lakritze, Scherenschnitte, Weltall, Saturn, Zwang, Angst, Verschlossenheit, Schwarze Tiere, Schwarze Beeren: Tollkirsche, Holunder, Schlehe

Weiss                     Licht, Helligkeit, Schnee, Wolken, Leben, Dampf, Gicht, Sauberkeit, Albino, Das Göttliche, Weisse Götter, Frieden, Kapitulation, Reinheit, Leere, Unschuld, Wahrheit, Übergangs- und Initiationsriten, „weisse Weste“, Nahrungsmittel – Zucker, Mehl …; Tiere – Opfertiere; Blumen – Lilie Lammfromm, Namen Bianca, Jupiter

Grau                  Farbenblindheit, November, Asphalt, Staub, Morgengrauen, Dämmerung, Nebel, Theorie, Sachlichkeit, vornehm und dezent, zurückhaltend, Alter, Armut, Regentag, graue Wolken, Tiere – Maus, Elefant, Wolf, Graugänse; „graue Eminenz“

Rosa                  Süsse, Kindlichkeit, das Mädchenhafte, kitschig, leicht, besonders, Exklusivität, Naivität, charmant, Schwärmerei, Träumerei, Empfindsamkeit, Romantisch, das Milde, Höflichkeit, Code Pink, „Rosarote Brille“

Lila                     träumerische Melancholie, Entsagung, Schwärmerei, Magie, Flieder, Stiefmütterchen, Hibiskus, Orchideen(lila Blüten), Malve, Mauvein = erster synthetisch hergestellter Anilinfarbstoff; Lavendel, Milka-Schokolade, Elfen

Türkis                Der Stein „Türkis“, das Kalte, das Geistige, Spirituelle, Eis, Gletscher, Tropisches Meer, Swimmingpool, Bad, Hygiene, Spital, Zahnhygiene, Verpackung von Medikamenten, Sauberkeit, Pflegeprodukte, Desinfektion, Meditation, Bad, Zahnärzte, Weisheit, Denken, Himmel

Samstag, 1. Januar 2011

Farbbegriffe - Farbenlehre



Farbästhetik/ Farbordnung


Reine Buntfarben (= Intensiv)
  • = maximale Sättigung einer Farbe
  • bei Spektralfarben ist der Eindruck der Reinheit am intensivsten
  • kein Grau-, Weiss-, oder Schwarzanteil
  • keine Komplementärfarbe enthalten
  • wirken eindeutig in Aussage
  • sind wertgleich
  • können beliebig zusammengestellt werden
wertgleiche Farben = reinbunte = intensive Farben
  • Einsetzen von Effekt- oder Akzentfarben mit unbunten Farben – sehr grosser Effekt! 
Einsatz in: Mode, Spielzeug, Farb- und Malstiften, Werbung, Kindereinrichtungen, Bücher für Kinder, Industrielacke 
Zu finden in: Natur, Mineralien, Vogelwelt, Obst 
Kunst: Mondreal, Bauhaus; Lichtenstein, Max Bill

Hellklare Farben
  • Reinbunte Farben, die aufgehellt werden durch Beimischen von ½ Weiss
  • Z.B. Aquarellfarben
  • Gewinnen an Helligkeit
  • Verlieren an Sättigung
  • wirken weniger bestimmt in Aussage; erinnern an farbiges Licht
  • wirken feminin, jugendlich und leicht; süsslich; leicht 
Einsatz in: Verpackung, Kosmetik 
Zu finden in: Blütenblätter 
Kunst: Aquarellmalerei, Landschaften
 
Leuchtende Farben
  • Hellklare Farben (Reinbunte Farben + ein wenig Weiss)
  • Leuchten mehr als hellklare Farben
Pastells (hellklar)
  • Reinbunte Farben 1/3  + sehr viel Weiss 2/3
  • Wirken sehr süsslich

Dunkelklare Farben
  • Reinbunte Farben, die verdunkelt werden durch Beimischen von Schwarz
  • Behalten ein gewisses Leuchten
  • Verlieren an Buntheit
  • Verlieren nicht an Sättigung – diese bleibt erhalten!
  • Vor allem auf samt und Lacken kommen sie zur Geltung
  • wirken elegant; klassische Mode, sehr beliebt; schwer
  • können in gewissem Zusammenhang düster, alt und konservativ wirken
Einsatz in: Autolacke, Mode, Wolle, Schuhe, Bodenbeläge, Bühnenvorhänge
Zu finden in: Herbsttöne in der Natur; Himmel in Dunkelheit, Wald, Mineralien, Erde

Kräftige Farben
  • dunkelklare Farben (reine Buntfarben 2/3 + wenig Schwarz 1/3 oder noch weniger)
  • leuchten etwas mehr als dunkle Farben
Dunkle Farben
  • dunkelklare Farben (reine Buntfarben  + Schwarz)


Trübe Farben (vergraute F.)
  • Reinbunte Farben, die verändert werden durch Beimischen einer unbunten, grauen Farbe (Mittelgrau)
  • Bilden die grösste Farbgruppe mit 100 000en Nuancen
  • Können auch durch Komplementärmischungen entstehen
  • = „gebrochene Töne“
  • wirken wie Nebelstimmungen im Herbst und Winter; ruhigere , feinere Wirkung
  • Mode: „zurückgenommene Töne“; „verhüllte Farben“
Einsatz in: Mode
 Zu finden in: Witterungen, Nebel


Trübe Pastells
  • trübe Farben (Reinbunte Farben + sehr viel Hellgrau – Weiss ganz wenig abgegraut)
  • nicht so süsslich, wirken gedämpfter
Helle vergraute Farben
  • Reinbunte Farben + viel Hellgrau
  • Wirken sehr süsslich

Unbunte Farben
  • Schwarz, Weiss und ihre Mischungen – alle Graustufen
  • Enthalten keinen Buntton
  • Grau, Schwarz nur Bezeichnungen für Körperfarben
  • „weisses Licht unterschiedlicher Intensität“ = Begriff für Spectralfarben
  • = Neutrale, nichtfarbige, achromatische Farben
  • in der Natur selten vorkommend
  • in Mode = Dauerthema
  • verhalten sich zu Bunttönen neutral
  • Schwarz – intensive, reine Farben
  • Grau – trübe Farben
  • Weiss – hellklare Pastells
 Einsatz in: Mode; Schachbrett
Zu finden in: in Natur sehr selten zu finden
Kunst: Schwarz- Weiss- Fotografie
 

Monochromie
Einfarbige Malerei; nur hellere oder dunklere Tonwerte einer einzigen bunten Farbe werden verwendet
Franz. Maler Yves Klein (1928- 1962) – „Ultramarin“


Camaieu (Ton- in Ton)
  • = gemalt wie eine Kamee (=Halbedelstein)
  • eine in mehreren Nuancen ausgeführte Farbgestaltung in ein und demselben Buntton
  • Textildesign, Mode, Innendekoration, Tapeten
  • „Ton in Ton“
  • Techniken
mit Pigmenten
 Am Bildschirm
In der Textilfärberei
Als Gewebe

Sehr schöne Kombination: Gelb aufhellen, verdunkeln und vertrüben!


Faux- Camaieu (Verschiebung des Bunttons)
  • Zwei oder mehr Farben verschiedener, aber verwandter Bunttöne kombinieren (Cyan – Ultramarin)
  • Farbverlauf – dann nur ein 12tel des Farbkreises
  • Beliebige Farbwerte – reine, hellklare, dunkelklare und trübe Faux- Camaieu möglich
  • Farbzusammenstellungen untereinander, wenn Kombination von reinen und trüben Farben
  • = „falsche“ Camaieu, wenn dem Camaieu sehr ähnlich – aber vitaler in Farbstimmung
  • harmonische, disharmonische und inverse Farbverläufe
harmonisch: reinbunte Farbverläufe (von Cyan bis fast Ultramarin) und harmonischer Farbverlauf (Cyan aufgehellt und Ultramarin abgedunkelt)
Bunttonverschobene Harmonien
disharmonisch: inverse Farbverläufe (Cyan abgedunkelt und Ultramarin aufgehellt)

 
Wertgleiche Farben (Nuancengleiche Farben)
  • = Farben mit gleichen Schwarz- und Weissanteil (gleicher Unbuntanteil)
  • unterscheiden sich durch ihren Buntton (Farbton)
  • harmonieren immer; beliebig gestaltbar
  • haben ähnliche, aber nicht ganz gleiche Helligkeiten (Eigenhelligkeit  der Farbtöne beeinflusst das Resultat)
  • Mode: raffinierte gestalterische Ergebnisse


Farbinversion (Disharmonie)
  • Reinbunte Farben haben eine ganz bestimmte natürkiche Eigenhelligkeit,
  • Wenn reinbunte Farben durch Beimischen von unbunten Farben (Weiss, Garu, Schwarz) oder durch Verdünnen verändert werden, entstehen andere Helligkeiten.
  • Die Umkehrung der natürlichen Eigenhelligkeit von Bunttönen nennt man Farbinversionen!
  • Hängt etwas vom eigenen Geschmack ab (Aversionen, Antihaltungen)
  • In der Natur: Farben anhand von Wellenlängen; normales Helligkeitsgefälle
  • Inversionen sollten bewusst eingesetzt werden; sind spannend!
  • Beispiel:          Gelb verdunkelt – Violett aufgehellt
Gelborange       – Blaugrün
Gelb                   – Cyan
Rotorange         – Ultramarin
Zinnober            – Rotviolett
Gelbgrün           - Magenta


Höhere Harmonien
  • Wertgleiche Farbkombinationen – kommen in Natur kaum vor
  • Ausgang von wertgleichen Farben, Verschiebung des Farbwertes (Tonwert) in eine Richtung, indem Eigenhelligkeit der Bunttöne überbetont wird.
  • Sehr gute Ergebnisse mit hellklaren, dunkelklaren, trüben oder beliebigen Zusammenstellungen! (wie Schatten in der Natur)
  • Klassische Herrenmode: hellgelber Polunder mit ultramariner Hose
  • „edel“ = Erdtöne; Schwarz; ganz helles Gelb
  • Kombination aus:     Hellerer Buntton …. Heller und weniger satt
                                     Dunklerer Buntton … Dunkler und satter


 Falsche Sättigung (Disharmonie)

·        Sättigung der Farben in einer Farbkombination beachten
·        Wenn hellerer Farbton satter und dunklerer ungesättigter in Kombination ist, dann „falsch“.
·        Resultat irritiert, löst Unbehagen aus; entspricht nicht der Natur
·        (in Räumen schwebt man dann, fühlt sich unwohl)